Wenn im Unternehmen eigentlich alles stimmt und trotzdem etwas nicht funktioniert
„Da ist irgendwo der Hund begraben.“
Mit diesem Satz beschrieb mir die Betreiberin einer Autogarage im Schweizer Mittelland ihre Situation.
Rund 15 Mitarbeitende, Verkauf und Werkstatt, eine etablierte Markenvertretung. Auf den ersten Blick ein ganz normal funktionierender Betrieb.
Und trotzdem gab es Dinge, für die sich keine einfache Erklärung finden liess.
Einige Fahrzeuge standen ungewöhnlich lange im Verkauf. Zwischen den Verkäufern gab es deutliche Unterschiede. In der Werkstatt fehlten teilweise Geschwindigkeit und Konzentration.
Die Betreiberin spürte: Irgendetwas stimmt nicht.
Was, wenn das Problem nicht nur bei den Menschen und Prozessen liegt?
Als ich den Betrieb zum ersten Mal betrat, schaute ich zunächst nicht auf Verkaufszahlen oder Organigramme.
Ich ging durch die Räume.
Durch den Showroom. Zu den Arbeitsplätzen. In die Werkstatt.
Dabei entstand für mich schnell ein Bild: Die einzelnen Bereiche des Unternehmens wirkten nicht wirklich aufeinander abgestimmt.
Einige Fahrzeuge standen aus meiner Wahrnehmung an ungünstigen Positionen oder in der falschen Ausrichtung. Arbeitsplätze harmonierten nicht miteinander. Die Werkstatt wirkte teilweise eher wie ein Lager als wie ein konzentrierter Arbeitsbereich.
Und der Verkaufsraum? Funktional. Technisch. Sauber.
Aber emotional fehlte etwas. Dann begannen wir zu verändern Nicht mit einem grossen Umbau.
Wir arbeiteten mit dem, was bereits vorhanden war: mit Arbeitsplätzen, Farben, Bildern, Ordnung, Raumstruktur und der Position einzelner Fahrzeuge.
Gerade die Fahrzeuge sorgten dabei für Diskussionen.
Ich betrachtete nicht nur das Modell oder den Preis. Ich nahm wahr, wie ein Fahrzeug an seinem jeweiligen Platz auf mich wirkte und wie es sich in den gesamten Raum einfügte. Daraus entstanden neue Positionierungen im Showroom.
Nicht jeder konnte mit diesem Ansatz sofort etwas anfangen. Und die Veränderungen blieben nicht auf den Raum beschränkt.
In den folgenden zwei bis drei Monaten kam es auch zu erheblichen personellen Veränderungen im Unternehmen.
Danach beruhigte sich die Situation. Nach Aussage der Betreiberin läuft der Betrieb heute wesentlich besser.
Räume sind mehr als eine Kulisse Genau das fasziniert mich an Business Spaces.
Wir analysieren Unternehmen normalerweise anhand von Zahlen, Mitarbeitern, Prozessen, Marketing und Führung. Aber was ist mit dem Ort, an dem all das jeden Tag stattfindet?
Ein Verkaufsraum beeinflusst, wie Kunden ein Produkt wahrnehmen. Ein Arbeitsplatz beeinflusst, wie Menschen miteinander arbeiten. Eine Werkstatt kann Konzentration unterstützen – oder Unruhe verstärken.
Deshalb betrachte ich einen Business Space nicht einfach als Gebäude oder Einrichtung. Er ist Teil des Unternehmens.
Und manchmal beginnt eine Veränderung genau dort, wo bisher niemand gesucht hat. Ich mache sichtbar, was andere übersehen.
Petr Kminiak
Strategic Property Advisor & Keynote Speaker



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